Deutsche Reklame

Ein Beitrag zur Kunst- und Kulturgeschichte in Deutschland

Gute Werbung muss auffallen, um ihre Botschaft zu vermitteln. Da dies angesichts der Fälle an beworbenen Produkten zunehmend schwieriger wird, durchdringt Werbung immer mehr Bereiche unseres Alltags. über 300 Milliarden Dollar werden jährlich weltweit für Werbung ausgegeben. Dabei fing alles ganz einfach an. Geschäftsleute in den USA entdeckten Mitte des 19. Jahrhunderts, dass man Bewohner abgelegener Gegenden am besten als Käufer gewinnen konnte, wenn man ihnen Warenkataloge zuschickte. In Deutschland setzte sich Produktwerbung erst in den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts durch. Vor allem mit Anzeigen in Zeitungen versuchte man damals, mögliche Interessenten und Käufer zu erreichen.

Über das Buch
Deutsche ReklameDer vorliegende Band dokumentiert die Geschichte der deutschen Reklame von 1870 bis 1970 anhand der Werbung für Markenartikel von 17 Firmen. Gezeigt werden überwiegend gemalte Plakate, Annoncen, Schilder, Produkte oder Pappaufsteller und ihr unterschiedliches Erscheinungsbild im Laufe der Zeit. Trug etwa die Persil-Frau um 1910 noch fußlange Röcke und weiße Schürzen, war sie in den 20er-Jahren sportlich-elegant gekleidet, während sie nach dem Krieg im Petticoat von der Plakatwand lächelte. Ähnlich verhält es sich mit dem Design der Maggi-Flasche. 1909 noch klein und kantig wandelten Flaschenform und Etikett in 75 Jahren 17 Mal ihr Aussehen. Ganz anders hingen Coca-Cola: Der berühmte Schriftzug blieb seit der ersten öffentlichen Werbung 1886 unverändert.

Über den Autor
Der Autor und Herausgeber des Bandes, Michel Weisser, war am Aufbau mehrerer historischer Firmenarchive beteiligt. In sieben, mit zahlreichen Beispielen illustrierten Texten schildert er die Geschichte und die verschiedenen Ausprägungen der deutschen Reklame. Etwa den Einfluss der Kunststile Historismus, Jugendstil und Art déco auf die Werbung oder das Aufkommen der Kollektivreklame. Zu jeder der 17 vorgestellten Firmen und ihrer Markenartikel finden sich neben den in Farbe und Schwarz-Weiß abgedruckten Werbeträgern kurze Zusammenfassungen der jeweiligen Produktgeschichte. Darin erfährt man beispielsweise, dass Mercedes der Name der elfjährigen Tochter eines Großkaufmanns war, oder dass sich das Kürzel Odol aus der griechischen und lateinischen Bezeichnung für Zahn und Öl (odous und oleum) zusammensetzt. Und angesichts der schönen Frau mit Rosen im Haar, die 1907 auf einem Plakat verführerisch die Odol-Flasche knapp über ihrem Ausschnitt hält, wird deutlich, warum Werbung nicht nur im 20. Jahrhundert so viel Aufmerksamkeit erlangte, sondern ihren Siegeszug auch in Zukunft fortführen wird.

Quelle: Britta Müller, Redaktion amazon.de

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