Definition: Plagiat

Nach meinem Verständnis ist ein Plagiat per Definition negativ behaftet. Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet es nicht viel weniger als Menschenraub oder Kinderraub (lat.: plagium).
Der Ursprung ist somit auch römischer Herkunft – der spätantike Epigrammatiker Martial soll seinen Mitstreiter als „Plagarius“ betitelt haben, nachdem er ihn beschuldigte, seine geistigen Kinder geraubt zu haben.

Schon seit langem kämpfen Hochschulen mit dem Problem bei Plagiaten mittels Texten. Oft werden schriftliche Arbeiten absatzweise oder gar kapitelweise kopiert. Software soll helfen, solche Vergehen aufzuspüren. Eine Abhandlung, wie man Plagiaten mit einfacheren Mitteln auf die Schliche kommt, kann man bei Frank Schätzlein nachlesen.

Allerdings trifft man auch immer wieder in der Werbung auf Plagiate. Im Kern bezeichnet man eine dreiste Kopie als Plagiat. Das kann bei der Idee zu einem Werbefilm anfangen, in der zum Beispiel die gleiche Geschichte für verschiedene Produkte verwendet wird, aber teilweise geht es auch soweit, dass sogar der Inhalt übereinstimmt, also beispielsweise die gleiche Copy Strategy für ein Produkt verwendet wird.
Gegen so etwas kann man eigentlich nur mit Missachtung vorgehen. Natürlich wären auch hier Strafen denkbar, allerdings fehlt oft die rechtliche Grundlage. Eine bloße Idee ist per Gesetz nicht schutzfähig, solange sie keine ausreichende Gestaltungshöhe erreicht hat. Und eben genau diese Gestaltungshöhe weicht beim Endergebnis oft so stark vom Original ab, dass eine eigene Gestaltungshöhe erreicht wird und keine Verletzung der Urheberrechte mehr stattfindet.

Beispiele dafür wurden ja auch schon auf reklameblogger.de angesprochen (Link 1, Link 2).

Die Zeitschrift HORIZONT deckt immer wieder Plagiate in der Kolumne „Spiesser Alfons“ auf. Dabei werden sowohl Plakatmotive als auch TV-Spots angeprangert. Leider muss man seit einiger Zeit für den Zugang zu diesem Online-Archiv eine monatliche Gebühr entrichten.

Wer dennoch nicht auf Beispiele verzichten möchte, der kann einmal das Archiv der ZEIT durchstöbern. In der Rubrik ZEIT Wissen / Fälschung widmen sich einige Redakteure der Frage „Original oder Fälschung?„.

Ein in diesem Zusammenhang schönes Beispiel aus der Internetbranche ist die Kopie der Seite www.kopien-brauchen-originale.de des Bundesministeriums der Justiz, zu finden unter www.originale-brauchen-kopien.de.

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