I’m walking every day …

Aral hat 1991 versucht, mit einem Werbespot die Qualität und auch die Kundenzufriedenheit zu demonstrieren.

ARAL - Alles superDie Idee ist eigentlich schnell und einfach erzählt: Landstraße, das Benzin geht aus. Der Fahrer des Wagens schnappt sich den Benzinkanister aus dem Kofferraum und macht sich auf den Weg zur Tankstelle. Im Hintergrund erklingt „I’m walking…“ von Fats Domino. Die erste „andere“ Tankstelle erscheint, aber unser Läufer geht daran vorbei … solange, bis er eine ARAL-Tankstelle erreicht. Dort füllt er seinen Kanister und macht sich auf den Rückweg.

So einfach diese Geschichte ist, so gut erläutet sie die Stufen der Kundenbindung, also welches Verhältnis zwischen dem Unternehmen Aral und seinen Kunden besteht oder nach Ansicht der Marketingabteilung zwischen Marke und Kunden bestehen sollte.

Aral ist bereits eine starke Marke – bei Tankstellen ist die Auswahl bzw. das Angebot ja auch relativ gering. Man kann sich zwischen ein paar Anbietern entscheiden, aber die Preise sind durch Absprachen (die es ja eigentlich nicht geben darf) nahezu gleich. Die großen sind etwas teurer als die kleinen und unbekannteren, dafür liefern die auch etwas schlechtere Qualität (Stichwort: Oktanzahl) und werden von den Autoherstellern nicht empfohlen.

Um zurück auf den Werbespot zu kommen: Dieser spielt mit genau diesem Argument „Qualität“. Und die ist dem Kunden so wichtig, dass er die anderen links liegen lässt. Er beweist dabei also nicht nur Kundenzufriedenheit oder, die nächste Stufe, Kundenbegeisterung sondern sogar Kundenloyalität. Das ist die höchste Stufe, die von einem Unternehmen und dessen Marke erreicht werden kann. Der Verbraucher meidet freiwillig die Konkurrenz und sucht solange, bis er die Marke gefunden hat. Dies funktioniert allerdings nur in kleinen Märkten, wie es das Tankstellenumfeld bietet oder wenn man als Unternehmen eine Führerschaft im eigenen Markt behaupten kann.

3 Kommentare


  1. Bei mir hat das bestimmt auch mal funktioniert. Mir war die Marke sympathisch. Und dann musste ich „ultimate 100“ statt Super Plus tanken. Seit dem tanke ich nicht mehr bei Aral (und Shell).


  2. Durch diesen Beitrag muss ich immer wieder daran denken, wie furchtbar es sein muss, Werbung für Tankstellen machen zu müssen – gerade in unserer heutigen Zeit. Wer geht schon gerne Tanken? Grausam, was man da über sich ergehen lassen muss: Die kleine Digitalanzeige rattert nur so in die Höhe und die Euros verschwinden in einem kleinen schwarzen Loch.
    Und dann arbeiten die Tankstellenbetreiber auch noch, wie Volker schon sagt, mit Begriffen, die der Laie nur noch mit der Befragung des Tankstellenpersonals versteht – wenn er Glück hat. Man kann da nämlich auch auf einen Studenten treffen – die haben dann keine Ahnung und verdienen nur den Semesterbeitrag.
    Der Automobilhersteller schreibt brav die ROZ-Zahl in den Tankdeckel (meistens) und dann steht man am Zapfhahn: ROZ 92? ROZ 95? ROZ 98? Sucht man meist vergeblich. „Optimax“ und „ultimate 100“ sind die Zauberworte. Wer soll da noch durchblicken? Wo Tanken doch sowieso schon genügend Missmut verbreitet. Wird Zeit, dass der Tankwart wieder eingeführt wird. Das wär doch mal ein Mehrwert und ein guter Service, wie er sich gehört.


  3. Hallo!

    ..den Tankwart gibt es doch schon wieder. Die Shell hat an 141 Tankstellen den Test gemacht. Mehr unter http://www.shell.de. Immerhin könnten sich 80% der deutschen Autofahrer vorstellen, an der Zapfsäule wieder bedient zu werden. Kostet natürlich!

    Übrigens machen wir Werbung für unsere Werbeträger auf der Tankstelle – und das mit Erfolg!

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