Superpremiumbier

Duckstein Bierflasche„Superpremiumbier“, das ist mal ein Superlativ. Der kann nur aus der Feder eines Marketers stammen. Da hat sich wohl jemand überlegt, wie man eine Produktdifferenzierung hinbekommt, ohne wirklich was am Produkt zu verbessern. Das hat ja auch eine große Auswirkung: Man kann einen höheren Preis verlangen, man muss sich nicht auf eine Ebene mit den ganzen anderen Produkten am Markt herablassen – man schafft sich einfach ein neues Marktsegment, man muss keine Angst vor Vergleichen haben, denn man spielt in einer anderen Liga. Man kann sogar wählen, mit wem man in Zusammenhang gebracht werden will – nicht jeder Dahergelaufene darf das Produkt anbieten. Nur wer selbst premium, ja sogar superpremium ist, darf sich das Produkt in die Regale stellen und sich damit brüsten.

Toll. Und so genial einfach. Wenn das Drumherum stimmt.
Diesen Weg hat die Brauerei Carlsberg-Holsten mit dem Produkt Duckstein seit einiger Zeit beschritten. Duckstein – das klingt schon so ganz anders als die sonstigen Biermarken. Da reicht kein Beck’s, kein Krombacher, kein Warsteiner heran. Bei denen wird der Werbetext auch immer nur von rauhen Männerstimmen vorgetragen.
Ganz anders bei Duckstein: Eine Frauenstimme, wenn auch ein wenig rauh, spricht vom „Zuhause“. Vom „Zuhause in den besten Restaurants“. Duckstein gibt es halt nicht in der Kneipe um die Ecke. Da muss man schon ein paar Strapazen auf sich nehmen, um in den Genuss dieser Marke zu kommen. Das Bogletti in Düsseldorf ist zum Beispiel so ein Parter-Restaurant. Im gediegenen Ambiente kann sich der Bierkenner gepflegt ein Duckstein in den Rachen schütten. 25- bis 40-jährige trifft man dort. Bierkenner, die ein bisschen Geld in der Tasche haben und Sekt und Champagner satt sitt haben.

Nachdem es das Superpremiumbier nur in vier Restaurants in ganz Deutschland gibt, ist es gar nicht so einfach in dessen Genuss zu kommen. Die passenden Werbespots dazu liefert übrigens die Agentur Scholz & Friends. Und die machen schon Lust auf ein Duckstein. Wenn ich also mal in einer dieser Städte (Hamburg, Berlin, Dresden und Düsseldorf) meine Kehle befeuchten will, bestelle ich ein Duckstein. Man gönnt sich ja sonst nichts. Oh. Hoppla. Das war aber jetzt ein anderer Gaumenschmaus…

6 Kommentare



  1. Duckstein stammt ursprünglich aus Königslutter. Hier wird jährlich ein *Ducksteinfest* gefeiert. Viel Musik, nur Duckstein als Bier und Leckereien der ansässigen Gastronomie. Schön, das unser Duckstein weiter produziert wird. Nicht so schön, das es das nun auch in Flaschen gibt.
    Früher war das nämlich das stärkste Werbeargument, das Duckstein nur im Ausschank zu haben ist. Deshalb war es schon immer ein wenig teurer
    [06.07.2007 – 07.07.2007 17:00 – 24:00] 19. Ducksteinfest 2007


  2. Ich hab Duckstein hier in Hamburg jetzt auch zufällig im Laden gesehen (toom mein ich…). Vielleicht gönn‘ ich mir mal eine Kiste. Ist doch deutlich teurer und meiner Erinnerung nach auch nur 12 Flaschen im Kasten…


  3. Jetzt warte ich nur noch auf ein Hyperpremiumbier…
    Verbale Positionierung finde ich ja gut, aber ein wenig kreativ hätte ichs schon gern.



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