Werben mit dem guten Zweck, Teil II.

Auf dem Weg zum Hauptbahnhof bin ich an einem Plakat vorbeigelaufen, welches – wie sollte es auch anders sein – meine Aufmerksamkeit erregt hat. Der erste Teil der AIDA Regel hat also schonmal funktionert – warum, sieht man übrigens auf der Seite von www.hol-dir-ein-tier-heim.de unter dem Punkt Medien (Plakatmotive).

Auf dem Plakat ist das Gesicht eines Bullterriers abgebildet und als Text steht darüber: „Er ist nur ein Hund. Sein Herrchen war eine Bestie“.

Pfizer TiergesundheitAha, habe ich mir im Vorbeigehen gedacht – was will mir dieses Plakat denn sagen? Ach, natürlich: Der Bullterrier kann nichts dafür, dass er Menschen anfällt und beißt (wenn er es tut), sein Herrchen ist schuld, weil es versäumt hat, das Tier zu erziehen. Interessant, aber wer wirbt denn da überhaupt? HOL DIR EIN TIER HEIM – Eine Initiative von Pfizer Tiergesundheit. Moment mal! Pfizer Tiergesundheit? Pfizer sind doch die, die auch Viagra herstellen? Und die machen jetzt Werbung für Bullterrier, die ein neues Herrchen suchen, weil sie aufgrund ihrer schlechten Vergangenheit im Tierheim gelandet sind?

Es handelt sich wohl wieder um den netten Versuch eines Unternehmens, mit dem guten Zweck Werbung zu machen. Denn laut UWG (Unlauteres Wettbewerbsgesetz) darf man eigentlich nicht mit dem guten Zweck werben, also in diesem Fall den Kunden durch das traurige Gesicht eines Hundes, der auch noch im Tierheim sitzt (och, der arme!) zum Kauf zu bewegen.
In diesem Fall ist es allerdings nicht der Tierheimverband, der Werbung macht, sondern ein Pharmaunternehmen, welches wohl auch einen Nutzen von der Kampagne hat, wenn man das Tier einmal aus dem Tierheim gerettet hat und Impfungen bzw. Medikamente beim Tierarzt fällig werden.

Ganz schön einfallsreich, muss ich sagen. Aber immer noch besser als der Spam, der mich tagtäglich erreicht und mir „V1AGRA“ zum unschlagbar günstigen Preis verkaufen will.

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