TV-Spot für’s Ego

Der Automobilkonzern Mazda macht mit einer bemerkenswerten Kampagne Werbung für das Modell Mazda 3. Einerseits gibt es ein Webspecial, andererseits läuft im Fernsehen ein Spot, der mit einem beliebten Klischee in der Werbung spielt: Unser Produkt verpaßt dem Kunden das Image, was er schon immer gerne hätte.

Im Fall Mazda hilft das Produkt bzw. der Mazda 3 dem Protagonisten zum Eintritt in eine Diskothek. Das scheint auf den ersten Blick nicht besonders schwierig, aber man sollte eben immer mit dem Türsteher rechnen, der einem dem Zugang verwehrt. Ein gekonntes Ablenkmanöver läßt den Türsteher aber für einen Augenblick die Aufmerksamkeit verlieren und man kann sich schnell an ihm vorbei in Richtung Tür schleichen.

Mazda Logo rot schimmerndInteressanterweise ist der Protagonist allem Anschein nach auch noch Dracula höchstpersönlich. Was dieser Zusatz zur eigentlich vollkommenen Werbegeschichte bringen soll, ist schnell erklärt: Es wäre ja langweilig, wenn man nur dem Verbraucher bzw. Fahrer des Wagens ein Image verpasst. Man muss dem Produkt natürlich auch noch das Image verpassen, was es selbst gerne einnehmen würde. Und das Transportmittel des Grafen aus Transylvanien zu sein, ist schon etwas ganz Besonderes. So ist das Auto auch passend zum Fahrer schwarz und hat so nette Eigenschaften wie ein rot schimmerndes Mazda-Logo (siehe Foto), was in Wahrheit selbstverständlich nicht der Fall ist. Es muss ja auch nur in der Werbung „cool“ aussehen und zum Kauf animieren.

Störend ist bei sowas meiner Meinung nach allerdings immer, dass das Ganze fernab jeglicher Realität ist. Die Türsteher-Geschichte ist ja noch nachvollziehbar – vielleicht hat es der ein oder andere schon auf diese Weise (Ablenkung) geschafft, in die Diskothek zu kommen, aber warum muss man denn noch Graf Dracula sein? Wäre es nicht sinnvoller, wenn einfach jeder Besitzer dieses Autos ein wenig mehr Selbstvertrauen bekommt? Manchmal wäre weniger doch mehr.

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