Wo bleibt der Schnee?

Ich weiß nicht, wie es aussieht, wenn man bei euch aus dem Fenster guckt, aber hier ist es alles andere als weiß. Trotz niedrigen Temperaturen, was ja für den Winter relativ normal ist, fehlt ein entscheidender Faktor: der Schnee. Wo ist er geblieben? Wohin muss man gehen, um sich eine Schneeballschlacht zu liefern oder Skifahren zu können oder Rodeln, Snowboarden und was nicht sonst noch alles?

Ein kleiner Tipp: Ins Kino. Das klingt zwar zunächst etwas verwunderlich, aber dort läuft ein Spot der Mayrhofner Bergbahnen. Selbst mitmachen kann man im Kino-Sessel natürlich nicht, aber das Bergbahn-Unternehmen hat sich gefragt, wie man am besten deutlich macht, dass sie der Betreiber der steilsten Skipiste Österreichs sind. Einerseits wurde das schon durch den Namen verdeutlicht. Die Piste nennt sich schlicht und ergreifend „Harakiri“. Für alle, die den Begriff nicht kennen, hier ein Auszug aus einem Lexikon:

Seppuku bezeichnet eine ritualisierte Art der männlichen Selbsttötung, die etwa ab der Mitte des 12. Jahrhunderts in Japan vor allem innerhalb der Schicht der Samurai verbreitet war und 1868 offiziell verboten wurde.

Der Begriff Harakiri ist ein umgangssprachlicher Ausdruck, der vor allem von Europäern und Amerikanern benutzt wird. Er beschreibt nur einen Teil des Rituals, und seine Verwendung in Bezug auf eine „selbstmörderische Aktion“ kann als Beleidigung empfunden werden.

SkiraupeAndererseits zeigt der Spot einen Skiraupenfahrer der sich eine Tasse Kaffee einschenken möchte, diese aber verschüttet, weil er nicht dran gedacht hat, dass er ja an der 78% steilen Piste in seiner Raupe sitzt – sozusagen spielt ihm die Schwerkraft einen kleinen Streich.

Dass durch den lustigen Spot eigentlich eher die Qualität des Raupenfahrzeugs beworben wird und weniger die Steilheit der Piste, spielt für das Unternehmen wohl eine untergeordnete Rolle. Vielleicht kann man ja auch mal bei dem Raupenfahrzeug mitfahren und die Skier im Hotel lassen. Jedenfalls scheint das eine Menge Spaß zu machen.

Dass der Begriff „Harakiri“ auch noch schlecht gewählt ist, wenn man die japanische Bedeutung beachtet, habe ich hiermit auch noch nachgewiesen.

Zusammengefaßt läßt sich also sagen, dass der Inhalt doch noch mal vernünftig hätte kontrolliert werden müssen. Aber vielleicht hat die Agentur Xynias Wetzel aus München auch Glück und die Zuschauer achten weniger auf den Inhalt, sondern lesen und verstehen einfach die Botschaft: Nach dem Kino Skier oder Snowboards auf’s Dach geschnallt, reins ins Auto und ab zur steilsten Piste Österreichs.
Hoffentlich liegt da auch Schnee.

1 Kommentar


  1. Wir haben schon Jannuar und immer noch kein Schnee

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