Fliegende Autos

Es zeichnet sich ein neuer Trend im SUV-Markt ab: Fliegende Geländewagen.
Und hiermit entschuldige ich mich gleich bei allen eingefleischten Geländewagen-Fans, sowas wie einen Nissan Qashqai oder einen Opel Antara als „Geländewagen“ zu bezeichnen.

Diese beiden Vehikel gehören natürlich in die SUV-Klasse. Sport Utility Vehicles. Sozusagen eine Mischung aus Sportlichkeit, die optisch oft nur sehr schwer zu entdecken ist, außer so ein Porsche Cayenne S taucht lichthupend im Rückspiegel auf und Nutzfahrzeug. Wie nützlich so ein Fahrzeug im Alltag allerdings sein soll, kann ich nur schwer nachvollziehen. Ich gehe da mit der Meinung von Wolfgang Rother von DSF Motorvision konform, der sinngemäß meint, dass der „Cayenne S mehr was für Scheichs in Saudi-Arabien ist, um mit 30 Liter Verbrauch durch die Wüste zu heizen“. Naja, wer’s braucht. In Zeiten der bevorstehenden Klimakatastrophe gibt es sicher nützlichere Fahrzeuge oder Fortbewegungsmittel.

Um aber auf den eingangs erwähnten Trend „fliegende Geländewagen“ zurückzukommen, sollte man mal die beiden TV-Spots vergleichen, die derzeit für den Qashqai und Antara im Fernsehen laufen:

Der Nissan Qashqai fliegt zwar nicht wirklich, sondern wird als Skateboard missbraucht, dafür segelt der Opel Antara umso mehr durch die Lüfte einer Großstadt.

Als potentieller Käufer fragt man sich schon, was einem der Hersteller da mitteilen will? Ist ein Auto nicht dazu da, möglichst bequem von A nach B zu kommen? Vor allem sicher auf der Straße, wie jedes andere Auto auch?

Beim Antara kann ich mir noch einigermaßen erklären, was der Spot vermitteln will: Freiheit – man ist nicht mehr an das Verkehrsnetz gebunden und kann ungeahnte Wege befahren. Tja, schön wär’s. In Wahrheit steckt man am Ende ja doch wieder in der Rush Hour fest. Gleiches gilt hier für den Qashqai. So leicht das Einparken am Schluss des Spots auch aussieht, in Wirklichkeit muss man doch wieder zweimal mehr hin- und herkurven, bis man in der Parklücke drin ist.

Wie dem auch sei, technisch sind die Spots einwandfrei umgesetzt. Auch wenn sie eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen, stecken verschiedene Agenturen dahinter. Für den Qashqai von Nissan zeichnet TBWA verantwortlich. Der 30-Sekünder für den Antara von Opel stammt aus der Feder von McCann.

3 Kommentare


  1. Deine Frage finde ich sehr gut: Was sagen uns die Spots? Ich persönlich habe den Eindruck, dass hier in typischer klassischer Werbermanier versucht wurde, kreativ zu sein. Das Resultat wie so oft: eine völlig absurde Porduktkommunikation. Die Spots persiflieren nicht, denn sie sind weder geistreich noch kritisch, vielmehr vermitteln sie eine gewisse Unauthentizität.
    Honda geht da bspw. einen anderen, sehr interessanten Weg. Mit der Aktion „my earth dream“ (www.myearthdream.com) involviert Honda seine pot. Kunden in seine Unternehmenswelt und lädt auch noch ein, sich gemeinsam mit dem kritischen Thema „Klimawandel“ auseinander zu setzen. Mehr unter: http://www.leancommunication.o.....lvier.html



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