Der neueste Werbetrend

Eine Geschichte erzählen, die erstmal nichts mit dem Produkt zu tun hat und die von den Menschen berichtet, die hinter den Produkten stecken. Shell hat es mit den „real energy“-Spots vorgemacht. Und nun zieht BMW nach. Zunächst war ich sogar davon überzeugt, dass es ein neuer Werbespot aus der Shell-Realenergy-Reihe ist, aber weit gefehlt.

Die seltsam anmutenden Figuren, die über einen Strand irgendwo in Südafrika stolzieren, erinnern mehr an Roboter aus japanischen Anime-Filmen, stecken aber voller Ingenieurskunst. Der Entwickler dieser Skulpturen ist Theo Janssen. Eigentlich handelt der Spot auch von ihm. Erst am Ende wird noch kurz das Produkt, der neue 5er BMW „Efficient Dynamcis“ vorgestellt. Bei Efficient Dynamics wird, wie könnte es anders sein, das Thema Umwelt aufgegriffen. Langsam merken auch die deutschen Hersteller, dass hier noch sehr sehr viel technischer Fortschritt aufzuholen ist. Auch wenn man aufgrund der Masse an Informationen, die man dazu bekommt, annehmen könnte, dass einfach alte Pläne aus den Schubladen gezogen und präsentiert werden. Gerade große und bekannte Marken wie Mercedes und BMW sollten doch heutzutage in der Lage sein, ein umweltfreundliches Auto – mit welcher Antriebsart auch immer – anbieten zu können.

Vielleicht hat Theo Janssen diese Aufgabe nun übertragen bekommen? Er sieht sich einerseits als Ingenieur, andererseits will er aber auch als Künstler wahrgenommen werden. Diese gesunde Mischung aus Kunst und Entwicklung ist es, die seinen Beruf zur Berufung machen. Von den „Standläufern“ ist es natürlich ein weiter Weg bis zum 5er BMW. Hier wird ähnlich wie im Shell-Spot vom Endverbraucher viel geistiger Transfer abverlangt. Nichtsdestotrotz gefällt mir der TV-Spot sehr gut. Die Atmosphäre, die damit verbundene Wirkung, das Umweltbewußtsein, das geweckt werden soll – alles sehr stimmig und gut kombiniert.

Federführend für die Verwirklichung dieser Werbung ist Ireland Davinport in Zusammenarbeit mit den Agenturen Media Art Lab und der Mediaagentur Media Plus.

2 Kommentare


  1. Interessante Analyse zum neuen BMW Werbespot, der sich mit dem Thema BMW Efficient Dynamics beschäftigt.

    Nur würde mich interessieren, ob auch Motoren der deutschen Premiumhersteller von Ihnen analysiert worden sind…

    Ich habe mich auf jeden Fall damit beschäftigt und viele Dinge herausgefunden: zum Beispiel, dass ein Lexus Hybrid mehr verbraucht, als ein BMW 5er Diesel ohne Efficient Dynamics. Oder dass – gemessen am allgemeinen Absatz an Automobilen auf dieser Welt – BMW als Premiumhersteller zwar Verantwortung übernimmt, aber Toyota mit dem größten Absatz weltweit doch viel mehr für den Umweltschutz tun muss, als BMW. Oder, dass ein deutscher Golf bei weniger Leistung mehr Diesel verbraucht als ein BMW 1er.

    Nun – der Werbespot über BMW Efficient Dynamics zeigt meiner Meinung nach eindrucksvoll, dass BMW im Vergleich zu Audi, Porsche oder Mercedes Benz sich schon immer mit dem Thema auseinander setzt, ohne seiner Tradition, leistungsorientierte Fahrzeuge auf Oberklasseniveau zu entwickeln, untreu zu werden.

    Irgendwie habe ich immer das Gefühl, BMW verteidigen zu müssen, wenn ich Artikel wie diesen lese – denn immer, wenn es um Nachhaltigkeit im Umweltschutz geht, wird BMW als negatives Beispiel herangezogen. Die Marke, die weltweit etwa 1.000.000 Fahrzeuge verkauft – Toyota hingegen 9.000.000…

    Mit den besten Grüßen
    Heiko Ruehl


  2. Ich bin mir sicher, dass sich BMW mehr Gedanken über den Umweltschutz macht, als wir „Otto Normalos“ das am Ende mitbekommen. Im Gegensatz zu dir, lieber Heiko, denke ich auch, dass Audi, Mercedes-Benz und Porsche viel Ingenieurs-Gehirnschmalz in die Entwicklung von umweltbewußten Prozessen und Autos stecken.

    Aber um nochmal auf die Endverbraucher zurückzukommen: Man sieht halt von den Japanern, wie Toyota sowas wie den Prius. Ich will gar nicht behaupten, dass dieses Auto sehr viel umweltschonender ist, als ein BMW 1er oder 5er oder sonst ein deutscher Wagen, aber es ist doch in meinen Augen viel greifbarer für den Endverbraucher, wenn ein Auto mit voller Absicht als „umweltfreundlich“ betitelt und beworben wird, als wenn ich wie im Fall BMW einen Begriff wie „BMW Efficient Dynamics“ vorgesetzt bekomme. Das kann ja erstmal vieles heißen. Vielleicht auch umweltfreundlicher Antrieb, aber so ganz sicher bin ich mir als „Laie“ da jetzt auch nicht.

    Und noch ein Satz zu den Zahlen: Natürlich, Toyota müsste anhand der weltweiten Verkaufszahlen viel eher auf das Thema Klimaschutz reagieren, als die deutschen Hersteller. Meiner Meinung nach tun sie das ja auch mit Projekten wie dem Prius, aber eine Entschuldigung, selber nicht ein hybrid-betriebenes oder brennstoffzellenbasiertes Auto oder was auch immer anzubieten, ist das auch nicht.

    Mir persönlich ist die Marke in diesem Zusammenhang ehrlichgesagt egal. Ich finde, da sollte man keinen Wettbewerb draus machen, wenn es um den Fortbestand der Menschheit und unseren Planeten Erde geht – um es mal überspitzt auszudrücken.

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