Interaktive Werbung

01.10.2006

Interaktives Fernsehen. Schon seit über zehn Jahren geistert dieser Begriff durch die Medienwelt. Das ist so der letzte Schritt, den die Medien-Mogule gehen müssen, um den Zuschauer vollständig in ihren Bann zu ziehen. So hoffen zumindest die Fernsehanstalten.

Wirklich durchgesetzt hat es sich bisher aber meiner Meinung nach nicht. Ich hätte ehrlichgesagt auch keine Lust, mich auch noch vor dem heimischen Fernseher auf der bequemen Couch aktiv zu engagieren. Das Fernsehen soll mich einfach nur berieseln.

Es stimmt schon, man würde schon mal gerne eine virtuelle Tomate in das Gesicht des ein oder anderen Moderators werfen oder dem Kommentator beim Fußballspiel mal so richtig die Meinung geigen. Bisher hat es aber auch ganz gut ohne geklappt. » mehr

Bei Citroën weihnachtet’s schon sehr.

27.09.2006

Der französische Automobilhersteller hat wieder den Roboter ausgepackt. Der aufmerksame Reklameblogger-Leser erinnert sich vielleicht an den dazugehörigen Beitrag im August 2005.

Diesmal steht der Roboter allerdings nicht am Laternenpfahl, streckt sich und führt uns ein kleines Tänzchen vor, sondern, er geht den Winter einläutend Schlittschuhlaufen. Er hat sich auch ein wenig verändert. Der Kopf ist nicht mehr wie früher der Motorblock, sondern er besteht aus den markanten Rückleuchten des Citroën C4. » mehr

Was Autohändler schon längst wissen.

26.09.2006

Wenn man einmal mehrere Werbespots für Autos miteinander vergleicht, fällt einem etwas auf: Frauen. Natürlich, nicht jeder Autohersteller hat das weibliche Geschlecht für sich entdeckt, aber auf dem von Männern dominierten Automarkt gibt es einen neuen Platzhirsch – oder besser, ein neues Platzreh.

Zunächst ist mir das beim Fernsehspot vom Toyota aufgefallen. Die Frau im Spot ist ganz aufgeregt und erzählt von “unserem neuen Auto”. Es ist schwarz, weil das so angesagt ist und es ist besonders umweltfreundlich, das war wichtig und so weiter und so fort.
Die Männer werden in diesem Spot sogar als das hingestellt, was alle schon immer wußten: Potenzgierige Monster. 177 PS steht auf der Hand des Protagonisten. Hauptsache ordentlich Pferde vor dem Karren. Lass das Weib mal quasseln! » mehr

Werben mit dem guten Zweck, Teil II.

17.09.2006

Auf dem Weg zum Hauptbahnhof bin ich an einem Plakat vorbeigelaufen, welches – wie sollte es auch anders sein – meine Aufmerksamkeit erregt hat. Der erste Teil der AIDA Regel hat also schonmal funktionert – warum, sieht man übrigens auf der Seite von www.hol-dir-ein-tier-heim.de unter dem Punkt Medien (Plakatmotive).

Auf dem Plakat ist das Gesicht eines Bullterriers abgebildet und als Text steht darüber: “Er ist nur ein Hund. Sein Herrchen war eine Bestie”. » mehr

Synchron oder nicht synchron?

14.09.2006

Ja, Werbung im Fernsehen, das kann richtig teuer werden. Das ist einer der wenigen Märkte, bei denen es noch Minutenpreise gibt. Was sag ich? Sekundenpreise! Aber man muss ja trotzdem alles in den 30 Sekunden unterbringen, damit der gemeine Endverbraucher auch gleich aufspringt von seiner bequemen Couch und in den Laden spurtet und kauft, kauft, kauft …

Da kann man von Glück reden, wenn man ein Produkt bewirbt, welches nicht nur in deutschen Supermärkten über den Preis-Scanner gezogen wird, sondern auch in Österreich und in der Schweiz. Oder sogar noch besser: in Holland, in Belgien und in Frankreich, in Italien und in Polen und am besten auch noch in Dänemark und in Tschechien und im Rest Europas.

Da gibt es nur ein Problem: Die Endverbraucher in den jeweiligen Ländern sprechen alle (meistens) eine andere Sprache. Das bedeutet eigentlich, dass man für jedes Land Schauspieler engagieren muss, ein Kamerateam, eine Werbeagentur und und und … » mehr

Sicher mit Lehmann

30.08.2006

Seit Deutschland den dritten Platz bei der Fussballweltmeisterschaft 2006 belegt hat, gibt es einen neuen Stern am Testimonial-Himmel. Jens Lehmann.
Jens Lehmann? Neu? Naja, nicht ganz. Der Nationaltorhüter kursiert eigentlich schon länger durch die deutsche Pressewelt. Nicht zuletzt, weil schon seit geraumer Zeit ein von der Presse hochstilisierter Kampf der Titanen im Gange ist. Zwischen ihm, der jetzigen Nummer eins im deutschen Tor und dem bis dato unangefochtenen Oliver Kahn. Übrigens haben wir es nur dem letzteren zu verdanken, dass wir auf Platz drei gelandet sind. Ja, richtig gelesen. Man munkelt, dass Oliver Kahn himself es war, der den Rest der deutschen Mannschaft im Training anfeuern musste, wie es nur ein Oliver Kahn kann. Aber ich schweife ab. » mehr

Superpremiumbier

26.08.2006

Duckstein Bierflasche“Superpremiumbier”, das ist mal ein Superlativ. Der kann nur aus der Feder eines Marketers stammen. Da hat sich wohl jemand überlegt, wie man eine Produktdifferenzierung hinbekommt, ohne wirklich was am Produkt zu verbessern. Das hat ja auch eine große Auswirkung: Man kann einen höheren Preis verlangen, man muss sich nicht auf eine Ebene mit den ganzen anderen Produkten am Markt herablassen – man schafft sich einfach ein neues Marktsegment, man muss keine Angst vor Vergleichen haben, denn man spielt in einer anderen Liga. Man kann sogar wählen, mit wem man in Zusammenhang gebracht werden will – nicht jeder Dahergelaufene darf das Produkt anbieten. Nur wer selbst premium, ja sogar superpremium ist, darf sich das Produkt in die Regale stellen und sich damit brüsten.
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Kommunikation mit Kunden

23.08.2006

Das Konzept steht, die Strategie ist allen Beteiligten klar – intern gibt es keine Probleme. Und dann? Tja, dann geht es an die Kommunikation mit dem Kunden. Er ist es ja, der die Produkte, die man so liebevoll bewirbt, letztendlich kaufen soll.

Jeder hat so ein gewisses Bild vom Kunden vor Augen, wenn man näher darüber nachdenkt. Man sieht ihn quasi vor sich, den Verbraucher, wie er um das Produkt schleicht und sich händeringend fragt, ob noch ein paar Groschen übrig sind diesen Monat. Ob er sich das Produkt denn überhaupt leisten kann?
Zufrieden sinkt man zurück in den Stuhl: Man hat ja Target-Pricing betrieben. Es kann nichts passieren – die Preispolitik hat Hand und Fuß. » mehr

… dafür sind die Produkte ja bekannt.

15.08.2006

Den Satz “… dafür sind die Produkte ja bekannt” wendet ein großer Hersteller für Garten- und Gärtnerzubehör aktuell in seinem Werbespot an. Sehr interessant. Das heißt ja gleichzeitig, dass man das Produkt bezüglich der Bekanntheit gar nicht mehr bewerben muss. Ist dann Fernsehwerbung überhaupt die richtige Wahl? Es geht in diesem speziellen Fall übrigens um Umweltverträglichkeit. Die Produkte des Herstellers sind für ihre Verträglichkeit hinsichtlich Mensch, Tier und der restlichen Natur bekannt.

Gehen wir mal davon aus, dass das wirklich so ist: Die Eigenschaft Umweltverträglichkeit ist ein Kaufargument. » mehr

Aus der Reihe: Liebe in der Werbung

06.08.2006

Das Kreditkartenunternehmen VISA wirbt mit einem Slogan, der ganz klar aus der Feder von Saatchi & Saatchi stammen muss: Liebe jeden Tag. Die Werbeagentur ist ja, wie auch schon bei reklameblogger nachzulesen, bekannt für ihre “love marks”.

VISA LogoWarum man jeden Tag lieben muss, wenn man eine VISA-Kreditkarte sein eigen nennt, ist ganz einfach: Alles, was man sich mit dieser Karte kauft, wird zum Geschenk. Das will einem der Spot zumindest glauben machen: Da kommt die Kaffeetasse im Geschenkkarton auf den Tisch und der Zug fährt auch komplett in Geschenkpapier und Schleife gehüllt vor. Wenn man da länger drüber nachdenkt, könnte man fast meinen, dass diese Sachen nichts kosten. Das stimmt natürlich nicht, aber durch das bargeldlose Zahlungsmittel aus Plastik kommt es einem eben fast so vor. » mehr