Die Melitta-Taktik

20.05.2006

Die Vater-und-Sohn-Taktik (Reklameblogger berichtete) ist bei Melitta nun wohl vorbei. Die jetzigen Protagonisten sind zwar immer noch ausschließlich Männer in den Hauptrollen, aber die Zahl derer hat sich erhöht, zumindest laut Webseite, zur “neuen Melitta-Familie”:

Der Jüngste heißt Felix. Mit 6 Jahren ist er das Nesthäkchen der Familie. Tim, der mittlere Sohn, ist 14. Wie die meisten Jungs in seinem Alter tut er alles, um möglichst cool zu sein. Max ist 17, steht kurz vor dem Abi und will bald seinen Führerschein machen. Vater Christian ist ein Fels in der Brandung und so ziemlich der beste Vater, den man sich wünschen kann. Langweilig wird es in der “Männerwirtschaft” garantiert nicht. Aber was auch passiert: Mit etwas Humor und einer guten Tasse Melitta Kaffee findet sich immer eine Lösung. Erleben Sie, wie unsere Männer den Alltag meistern und schauen Sie sich die neuen TV-Spots an!

Derzeit laufen zwei verschiedene TV-Spots: “Klassenfahrt” und “Party” – ersterer mit dem 14 jährigen Sohn in der Hauptrolle, letzterer mit dem 17 jährigen Max. Die Spots selbst kann man sich auch bei www.melitta.de ansehen.

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Werben mit dem Tod.

16.05.2006

Das kam jetzt schon öfter vor, dass ich im Werbefernsehen mit einem etwas makaberen Ende einer “Werbegeschichte” konfrontiert wurde.

Wofür bei folgendem Spot geworben wird, tut jetzt mal nichts zur Sache:
Inhaltlich geht es darum, dass ein Pärchen in den nächtlichen Sternenhimmel blickt – ganz romantisch – eine Sternschnuppe taucht auf. Er meint “Du darfst dir was wünschen!”. Sie sagt “Schon passiert.” Und Schwups bricht die Klippe ab, auf der das Pärchen steht und er stürzt in den sicheren Tod.

Komisch, oder? Eine ähnliche Situation gibt es bei der Werbung für Küchentücher – ihr wisst schon, die zum Abreißen von einer Küchenrolle, die immer genau dann leer ist, wenn der Rotwein, frisch verschüttet, gerade die Tischkante runterperlt.

Jedenfalls kann man mit so einem Küchentuch ja fast alles wegwischen – macht einem die Werbung glauben – warum also nicht auch den “nörgelnden” Lebensabschnittspartner? *Boing* Auch komisch, nicht wahr? Gerade noch den bevorstehenden Fleck durchs Wegwischen verhindert, dann noch schnell einen Menschen aus dem Leben radiert. Liegt ja auf der Hand!

Wenn ich die erwische, die hinter diesen Werbegeschichten stecken …

Der Opel-3-Tage-Test

12.05.2006

Einen neuen Opel bis zu 3 Tage testen … das ist doch mal ein tolles Angebot von unserer geliebten Autoindustrie. Schon fast verwunderlich, dass kein Japaner damit zuerst geworben hat – zumindest bin ich mir dessen nicht bewusst.

Die Umsetzung dieser Idee zum Werbespot ist dabei auch besonders gelungen, weil man bei Opel endlich mal auf Humor gesetzt hat: Ein Transvestit sitzt bei seinem Schönheitschirurgen und eine (noch) männliche Stimme fragt sinngemäß:

Es sind jetzt 3 Tage seit der OP. Und ich frage mich, ob Sie wieder einen Mann aus mir machen können?

Die Antwort des Chirurgen ist ein klares Nein, denn die doch sehr weiblichen Formen, kann man nicht einfach wieder rückgängig machen. Und das beschert dem Transvestiten dann ein ziemlich enttäuschtes Gesicht. Tja, ist wohl wirklich nicht so toll, ein/e Mann/Frau mit wohlgeformten Vorbau zu sein. Obwohl wir Männer ja dann immer zwei Dinge zum Spielen dabei hätten … aber das nur am Rande.

Für den Opel-Spot mit Pierluigi Collina war die Agentur McCann-Erickson verantwortlich. Ob sie hier wieder am Werk war, ließ sich nicht herausfinden – falls ich es noch herausbekomme, liefere ich diese Information nach.

Werbung. Eine Einführung.

06.05.2006

Werbung. Eine EinführungDas Buch “Werbung. Eine Einführung” gilt bereits als Klassiker unter der Lektüre, die sich mit Werbung beschäftigt. Es richtet sich in erster Linie an bereits fortgeschrittene Werbeleute mit dem Ziel einen sinnvollen Ablauf in die Bereiche strategische Marketingplanung, Markenführung und integrierte Marketingkommunikation zu bringen. Dabei werden auch alle entscheidenden Faktoren wie Zielgruppe, Budget und Unternehmensumfeld berücksichtigt. Gerade beim Unternehmen selbst beinhaltet das Buch viele wertvolle Tipps – Stichworte hier “Corporate Identity”, “Imagetransfer” und “Copy Strategy”. Auch Anfänger und Einsteiger sind mit diesem Werk gut beraten.
Wer also auf der Suche nach einem Standardwerk für Werbung ist, sollte zu diesem Buch greifen – es ist wirklich eine hilfreiche, weil leicht verständlich geschriebene Lektüre für jeden, der mit Marketing und Werbung zu tun hat.

Die Autoren hinter diesem Werk sind Günter Schweiger (Professor am Lehrstuhl für Werbewissenschaft und Marktforschung in Wien) und Gertraud Schrattenecker (ebenfalls Professorin an der Wirtschaftsuniversität Wien).

Franz, das Testimonial

27.04.2006

Franz Beckenbauer ist wohl das beliebteste Testimonial Deutschlands. Mit ihm kann man auch nichts falsch machen, denn er genießt das, was sich viele andere Prominente schnell verspielen: Sympathie und so etwas wie uneingeschränkte Solidarität. Der Mann kann machen, was er will – Werbung mit ihm kommt gut an. So sehe ich das zumindest.

Yello Strom TrikotEgal ob O2, E-Plus oder jetzt Yello Strom: Franz macht das schon. Und das auch noch mit Humor. In seinem aktuellen Werbespot sogar in der Funktion, in der man ihn am liebsten hatte – als Coach. Er sorgt vom Spielfeldrand dafür, dass sein Team bei der Fußball WM 2006 eine gute Figur macht. Das ist gar nicht mal so einfach, wenn man sieht, was das Yello-Strom-Team für Trikots an hat: Die gehen bis zu den Knien. Wegen der Werbung – die ist etwas lang geraten. Das bemängelt Franz dann auch gleich. Tja, warum sind Trikots auch so klein? Fußball sollte man besser in einem Ganzkörperanzug spielen, wobei dann wahrscheinlich noch weniger Frauen Fußball schauen würden.
Jedenfalls hat die Agentur Jung von Matt mal wieder ein kreatives Stück Arbeit abgeliefert. Herzlichen Glückwunsch – ich habe mich köstlich amüsiert. Na, wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Und der Haifisch, der hat Zähne …

24.04.2006

Und der Haifisch, der hat Zähne …

… und die trägt er im Gesicht
und Macheath, der hat ein Messer
doch das Messer sieht man nicht.

An dieser Stelle mal die erste Strophe des Gedichts “Die Moritat von Mackie Messer” von Bertolt Brecht. Der ein oder andere hat vielleicht schon gemerkt, worauf ich damit hinaus will:

Big Fun. No Bluff.

Das ist der Slogan eines Online-Kartenspiel-Unternehmens, zu finden unter www.europoker.net. Wie unschwer am Namen zu erkennen ist, kann man dort online Poker spielen. europoker.net ist ein Unternehmen der Ongame Gruppe und die macht nun dafür auch Fernsehwerbung. Sowohl dort als auch auf der Webseite trifft man auf die Frontalansicht eines Haifischs, grinsend, mit spitzen Zähnen. Was hat das mit Pokern zu tun? Mit Big Fun? Oder mit Bluffs? Tja, das frag ich mich auch – vielleicht kann mir mal einer den Zusammenhang erklären?!

Ich persönlich finde den Anblick eines weißen Hais ja eher abschreckend und für Werbung ungeeignet. Aufmerksamkeit ja, aber Emotion und Wirkung? Zum Davonrennen Davonschwimmen.

Eos Werbefilm

21.04.2006

Werbespots werden immer länger – das beweist der aktuelle Eos TV-Spot von Volkswagen. Dort wird ein ganzer Film gezeigt. Nunja, fast: Der Spot ist in drei Teile gesplittet – man will ja nicht die gesetzlich vorgeschriebene Werbezeit überschreiten.
Es geht übrigens um Cabrio-Fahren – wie es die Italiener machen und die … Polen? Nunja, jedenfalls jemand aus einer etwas kälteren Region Europas.

Volkswagen EosDie Geschichte ist schnell erzählt: Der Italiener fährt bei diesen Temperaturen lieber geschlossen mit seinem VW Eos. Der Pole (ich sag das jetzt mal so – korrigiert mich doch!) macht das Verdeck runter – 16 Grad sind warm genug. Sonnencreme trägt er auch gleich auf, trotz fehlender Sonne. Auch, dass sich der italienische Fahrer darüber aufregt, bei diesem Wetter offen zu fahren, stört ihn wenig. Unbeirrt setzt er seine Fahrt fort.

Und die Moral von der Geschichte? Ist doch egal – Cabriofahren ist diesen Sommer ganz groß.

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buy-it, zip-it, place and DOT-it

16.04.2006

So oder so ähnlich lautet der Text von Daft Punks Technologie-Hit “technologic”. Von OSRAM gibt es jetzt dazu die passende Lampe: DOT-it. Dank LED-Technik super klein, super leicht und super transportabel. Licht ist mindestens so alt, wie der Mensch selbst – aber immer noch wird Forschung daran betrieben. Mittlerweile ist Licht gar nicht mehr wegzudenken: Künstliches Licht selbstverständlich. An die Sonne kommt man natürlich noch nicht ran – ihre Leuchtkraft wird uns sogar Überdauern, glaubt man Wissenschaftlern und Forschern.

OSRAM DOT-itDennoch ist so eine kleine Sonne für die Tasche bzw. für Orte, an die kein Tageslicht kommt, unheimlich praktisch. Bei OSRAM.de kann man somit nachlesen, wo man dieses Lichtlein überall anbringen darf und wo besser nicht. Sogar spritzwassergeschützt ist es – liest man dort – man kann es also auch unterm Regenschirm anbringen und hat bei Dunkelheit ein wenig Licht … blöde Idee? Nun ja, im Werbespot gibt’s noch andere Ideen: Der eine bringt es unter seinem Skateboard an, der andere im Zelt, der nächste am Fahrrad (höchstens aber als Zusatzlicht, da nicht im Sinne der Straßenverkehrsordnung zertifiziert) … und so weiter.

Der Spot wurde bisher nur auf MTV von mir gesichtet und dort übrigens unter dem Namen “Stick-It” – wenn mich nicht alles täuscht. OSRAMs Werbeagentur ist Springer & Jacoby (laut Kundenliste). Vielleicht weiß auch wieder ein aufmerksamer Leser mehr zu diesen Hintergründen – falls ich selbst noch was rauskriege, gibt’s einen Nachtrag.

So where the bloody hell are you?

08.04.2006

Das fragen sich die Australier. Wo zum Teufel bist du? Das frag ich mich allerdings auch, was ich hier mache, wenn ich mir den aktuellen Werbespot der Tourismus-Industrie zu Australien ansehe: Weites Land, Kamele, Dschungel, Meer, Korallen, Strand, der Ayer’s Rock, Taxi-Wasserflugzeuge … da möchte man am liebsten gleich einen Flug buchen! OK, OK, die
Badenixe hat es mir natürlich auch angetan … Nähere Infos findet man auf www.australia.com.

australia.com

Den Werbespot, Wallpaper und einen Bildschirmschoner (Vorsicht: Fernweh!) gibt es unter www.wherethebloodyhellareyou.com. Auf geht’s!

Onkel Dittmeyer

08.04.2006

Rolf H. DittmeyerRolf H. Dittmeyer ist besser bekannt als “Onkel Dittmeyer”. Unter diesem Namen hat er Werbung für seine Fruchtsäfte “Valensina” gemacht.
Wie es dazu gekommen ist, verrät Wikipedia:

Dittmeyer stammt aus der mecklenburgischen Stadt Laage. Nach seiner Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft begann er 1947 in Hamburg Philologie, Anglistik und Psychologie zu studieren. Ab 1955 baute er für den Lebensmittelgroßhändler EDEKA ein Vertriebsnetz für Frischfrüchte auf. 1960 machte sich Dittmeyer mit der Idee selbständig, frische Fruchtsäfte zu produzieren. Die Marke Valensina erfand er 1967. Mit ihr war er von 1972 bis 1984 Exklusivlieferant der Olympischen Spiele. Ab 1976 begann Dittmeyer an der spanischen Atlantikküste die größte Orangenplantage Europas aufzubauen. 1977 erfand er Punica.

Im Juli 2001 meldete Valensina bzw. der mittlerweile 80jährige Dittmeyer jedoch Insolvenz an. » mehr